AKTUELLES

 

Da is ja nix

NEUE 6-TEILIGE NDR SERIE
Ab dem 1.10.2020 in der ARD Mediathek und zur Weihnachten im Sonderprogramm des NDR.

Wie sich ein norddeutsches Kuhkaff zum indisch angehauchten Kurort verwandeln will, zeigt die neue sechsteilige NDR Serie "Da is' ja nix". Die Dreharbeiten für die Culture-Clash-Komödie laufen noch bis zum 3. April in Winsen an der Luhe und Umgebung. Johanna Christine Gehlen (als Daniela Hinrichs) und Sebastian Bezzel (Matthias Groller) spielen das glamouröse Hochstaplerpaar, das dem verschlafenen Nest mit seinen eigenbrötlerischen Bewohnerinnen und Bewohnern neues Leben einhauchen will.
Gehlen und Bezzel hatten auch die Idee für den Stoff - gemeinsam mit Matthias Steurer, der Regie führt. Georg Lippert schrieb die Drehbücher. Er verfasste u. a. die Vorlagen für den NDR Kiez-"Tatort: Die goldene Zeit" und die NDR "Nordlichter"-Komödie "Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut". Die Produktion von "Da is' ja nix" ist Teil der so genannten "ARD-Serienoffensive" - und soll "online first" ab dem 1. Oktober in der ARD Mediathek zu sehen sein. Rund drei Monate später zeigt das NDR Fernsehen "Da is' ja nix" im Weihnachtsprogramm 2020.
Darum geht's: Daniela und Matthias fliehen aus Bayern vor dem Zorn geprellter Investoren. Die beiden landen im Dorf Österbrarup, der Heimat von Daniela. Das Dorf ist eine Art Bermuda-Dreieck des Nordens - ohne Handyempfang, Sehenswürdigkeiten und ohne wirtschaftliche Aussichten.

Im Dorf möchte man gerne glauben, dass die vermeintlichen "Tourismusexperten" eine zündende Idee für die Zukunft Österbrarups im Gepäck haben. Während Daniela zum Bedauern ihrer Tante Mechthild (Eva Mattes) am liebsten so schnell wie möglich verschwinden würde, geht Matthias in seiner alten Rolle auf und verspricht das Blaue vom Himmel. Um nicht als Betrügerin dazustehen, sieht Daniela sich gezwungen, mit den schrulligen Dorfbewohnern das Unmögliche zu versuchen - ein Ayurveda-Heilbad in der norddeutschen Tiefebene. Der gedungene Geldeintreiber (Götz Otto), den die bayerischen Investoren hinterhergeschickt haben, wird als Masseur engagiert, verseuchter Ackerboden als Heilerde ausgegeben und Särge zu Dampfkabinen umgebaut ...
Neben den oben Genannten spielen u. a. Benjamin Morik (Frank Petersen), Anne Weber (Gerda Petersen), Thilo Prothmann (Andreas Köhler), Jannik Nowak (Hannes Köhler), Hannes Hellmann (Dr. Heinrich Keil), Peter Franke (Frieder Hinrichs), Lisa Tschanz (Katharina Wehling) und Alexandra Gottschlich (Constanze von der Linden).
"Da is' ja nix" wird hergestellt von der POLYPHON Film und Fernsehgesellschaft in Zusammenarbeit mit der win win Film-, TV und Mediaproduktion, Produzent ist Valentin Holch (win win). Die Kamera verantwortet Maximilian Lips, Produktionsleitung hat Regina Kowalski. Redakteure sind Diana Schulte-Kellinghaus und Karsten Willutzki.

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk
Making of © NDR

 

Neues aus Büttenwarder 2020

Drei Folgen abgedreht - Suzanne von Borsody und Matthias Matschke in Gastrollen

Wie sieht der Tod aus? In "Neues aus Büttenwarder" schlüpft Matthias Matschke in dessen Rolle: Der Darsteller ist als "Speelmann" in einer der drei Folgen der NDR Kultserie zu sehen, die jetzt entstanden sind. Und auch Suzanne von Borsody hat einen Gastauftritt - als Ylvie, Schwester von Bauer Adsche Tönnsen (Peter Heinrich Brix). Ein wichtiges Thema der neuen Folgen sind das Sterben und der Abschied von Kurt Brakelmann, lebenslanger Freund von Adsche. Damit geht das "Büttenwarder"-Team auf den Tod von Jan Fedder im Dezember 2019 ein. Als Bauer Brakelmann war er seit Beginn der Serie im Jahr 1997 gemeinsam mit Peter Heinrich Brix deren Hauptdarsteller und immer auf der Suche nach dem "Nennwert" der Geschehnisse in dem fiktiven Dorf. Neben Adsche sind auch die anderen "Büttenwarder"-Bewohner erneut zu sehen: u. a. Stallknecht Kuno (Sven Walser), Wirt Shorty (Axel Olsson), Bürgermeister Günther Griem (Jürgen Uter), Onkel Krischan (Hans Kahlert) und Friseur Jürgen Seute (Dirk Martens). Axel Milberg ist erneut als Bauer Hajo Narkmeyer in einer Folge dabei. Für Regisseur Matthias Koßmehl war es die "Büttenwarder"-Premiere. Er inszenierte die drei Folgen vom 22. Juni bis zum 9. Juli in Granderheide, Grande, Grönwohld, Linau und Witzhave - alles im Kreis Stormarn - sowie in Basthorst (Kreis Herzogtum Lauenburg). Auf dem dortigen Friedhof entstand die Beerdigungsszene. Die Folge 92 stammt aus der Feder von Norbert Eberlein, der bisher fast alle Drehbücher für die NDR Serie schrieb, die Folgen 93 und 94 schrieb Valentin Holch nach einer Vorlage von Eckhard Theophil. Hinter der Kamera stand Maximilian Lips, Produzent war Valentin Holch (Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft). Die Redaktion hat Diana Schulte-Kellinghaus. Das NDR Fernsehen zeigt die Episoden 92-94 voraussichtlich im kommenden Weihnachtsprogramm.

Die Inhalte der drei neuen Folgen von "Neues aus Büttenwarder":
"Der Tod ist ein sturer Arsch"
Wieder einmal hängt der Haussegen schief auf dem Brakelmannschen Anwesen. Adsche ist stinksauer auf seinen alten Freundfeind Brakelmann und muss sich erst einmal mit einem Besuch im Dorf trösten. Doch als er zurückkehrt, macht Adsche eine schlimme Entdeckung. Brakelmann liegt leblos in der Bauernstube. Adsche ist geschockt, geht hinaus ins Freie - und sieht eine merkwürdige Gestalt, die sich am Wegesrand zu schaffen macht. Es ist der Tod. Für Adsche beginnt ein letzter verzweifelter Kampf um die Seele Brakelmanns ...
"Kunst"
Ein Talent-Wettbewerb mit 5000 Euro Preisgeld hat plötzlich die Liebe ganz Büttenwarders zur Kunst entflammt. Laini (Amina Traore) und Heinzi (Hendrik von Bültzingslöwen), Griem, Seute, Kuno, ja sogar Adsche lassen sich zu Aktporträt, Landschaftsmalerei und Performancekunst hinreißen. Nur Hajo wartet noch vergeblich auf Inspiration. Doch seine Tochter Fine (Zoe Holch) hat eine Idee. Der fiese Juror Wittlandt (Simon Hatzl) brüskiert die Büttenwarder Künstler und ihre gesammelten Werke allerdings mit einer klaren Absage. Allein Hajos Bild hat sein Interesse geweckt ...
"Die Schwester"
Mal wieder Post für Adsche: Seine Schwester Ylvie kündigt nach Brakelmanns Tod einen Beileidsbesuch an. Nach Jahrzehnten in Norwegen möchte Ylvie nun Adsches vielbeschworene Ehefrau und Tochter kennenlernen. Und ein gemeinsam geerbtes Elternhaus müsste es in Büttenwarder auch noch geben ... Adsche hat jedoch jahrelang geblöfft, und so mimt Fine die Tochter. "Mutter: verreist". Die Dorfgemeinschaft hofft mit.

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk

 

Käse & Blei

furioser Kurzfilm über ein Silvesteressen

„Käse und Blei“ (NDR / Polyphon) ist ein furioser Kurzfilm über ein Silvesteressen, das völlig aus dem Ruder läuft. Angesichts der Kürze der mit großem Aufwand inszenierten Komödie ist die Ereignisdichte nicht weiter verwunderlich, aber Regisseur Felix Koch gelingt es auf fast schon wundersame Weise, die vielen zum Teil bizarren Ideen trotzdem nicht wie eine Nummernrevue wirken zu lassen. Der Film wäre schon allein wegen der zudem vortrefflich vorgetragenen Dialoge eine Empfehlung wert, aber auch die Slapstickszenen sind wunderbar umgesetzt. Der Humor ist aber nicht nur handfest, sondern auch tiefschwarz. (...)
Angesichts der Kürze des mit großem Aufwand inszenierten Films ist die Ereignisdichte natürlich nicht weiter verwunderlich, aber Felix Koch gelingt es auf fast schon wundersame Weise, die vielen zum Teil bizarren Ideen trotzdem nicht wie eine Nummernrevue wirken zu lassen. Dafür sorgen unter anderem die Tempowechsel. Beim großen Augenblick des Antrags steigt die Spannung wie im Krimi, aber zwischendurch gibt es auch Momente, in denen die Geschichte zur Ruhe kommt und Sören, der sich eine Diät verpasst hat, trotzig an seinen Reiswaffeln mümmelt.

Wnuks nuanciertes Spiel ist nah an der Perfektion, weil ihm oftmals nur eine kleine Bewegung (ein kaum merkliches Kopfnicken) genügt, um große Wirkung zu erzielen. Die Slapstickszenen sind perfekt auf den Punkt inszeniert, sodass sie weder grotesk noch übertrieben wirken; so was passiert halt mal, und an diesem Abend eben häufiger als sonst. Selbst eine ausgiebige Kotzerei gegen Ende – der sparsame Sören war der Meinung, die offenbar uralten Garnelen seien noch genießbar – ist zwar eklig, aber auch ungemein witzig. Der Humor ist jedoch nicht nur handfest, sondern auch tiefschwarz: Gudrun identifiziert ihr Stück Blei nach dem Wasserbad eindeutig als Tumor identifiziert, was zu einem grotesken Missverständnis führt. Am Ende landet die gesamte Gruppe im Krankenhaus und muss sich zu allem Überfluss auch noch die makabren Scherze eines Arztes (Kailas Mahadevan) anhören. Kein Wunder, dass Oma der Meinung ist, letztes Jahr sei’s irgendwie netter gewesen.

Dieser Artikel stammt von Tittelbach.tv





 

Vier kriegen eine Kind

„Vierfach geliebt hält besser“

Mit der Dramödie „Vier kriegen ein Kind“ hat sich die ARD Degeto erfreulich weit aus dem Fenster gelehnt. Ein schwules und ein lesbisches Pärchen streiten um dasselbe (noch nicht geborene) Baby. Autor Volker Krappen lotet Möglichkeiten des Zusammenlebens ernsthaft aus: Nähe, Freundschaft und die gemeinsame Liebe zum Kind – darum geht es in dem Film von Matthias Steurer. Bei aller Wahrhaftigkeit der verhandelten Gefühle kommt aber auch die Ironie, die vor allem die lebensnahen, mit stimmigen Viten ausgestatteten Charaktere ins vielschichtige Spiel bringen, nicht zu kurz. Außerdem sind die Vier großartig besetzt!



„Vier kriegen ein Kind“ ist nicht einfach nur eine unaufdringlich locker inszenierte Komödie über eine Regenbogenfamilie in freudiger Erwartung. Es ist zugleich ein Film, der sich durchaus ernsthaft und dramaturgisch klug mit diesem Thema befasst, es tiefgründig und zugleich nonchalant auslotet und dabei bestens unterhält. Ein schöner Nebeneffekt wäre es, wenn der Film durch die Normalität, wie er von gleichgeschlechtlicher Liebe – allerdings fast ohne Sex – erzählt, quasi im Vorbeigehen auch mögliche Vorurteile abbauen könnte gegenüber schwulen und lesbischen Paaren, die sich ein Kind wünschen.

Dieser Artikel stammt von Tittelbach.tv

 

Showdown mit Beutetier

Raffinierter Plot, blau-kaltes Licht, gewollte Irreführung durch Bilder: Wie man in nur 18 Minuten einen perfekten Thriller inszeniert, zeigt der Kurzfilm "Der Mungo".

Wenn ein Mungo vor einer Giftschlange steht, kann er sie besiegen, weil er sich ganz auf den Kopf der Schlange konzentriert, wohingegen sie, siegesgewiss, entscheidende Bewegungen ihres Gegners übersieht. In Der Mungo sind wir die Schlange, die sich in die Irre führen lässt. Und das auf allerhöchstem Thriller-Niveau. Es gibt das Team der Guten, die während einer Übergabe von waffenfähigem Plutonium einen potenziellen Attentäter stellen wollen, indem sie einen verdeckten Ermittler in den Deal einschleusen. Es gibt den Käufer und den Verkäufer der gefährlichen Ware. Es gibt im Team den Nervösen, den Väterlichen und die Berechnende, jede Menge Sondereinsatzkräfte mit entsprechender Bewaffnung und einen drohend klickenden Geigerzähler. Das Setting von Der Mungo ist klassisch wie in jedem abendfüllendem Spielfilm.



Erstaunlich ist, dass es Matthias Tuchmann mit seinem Drehbuch schafft, binnen nur 18 Minuten auch das komplette restliche Programm abzuwickeln: Einführung, Verwirrung als verzögerndes Moment, Höhepunkt, Wendung, jede Menge Nervenkitzel und Showdown, in diesem Fall mit einem Mungo. Tuchmann erzeugt Suspense im besten Hitchcock-Sinn. Nach einem ersten überraschenden Täuschungsmanöver fühlt sich der Zuschauer dem Geschehen gewachsen, meint die Bilder zu durchschauen. Wir vertrauen darauf, dass sie zeigen, was wirklich ist. Wie im echten Leben erweist sich das als großer Fehler. Wir enden wie die Giftschlange.
Das Ganze wird vom Regisseur Philipp Osthus dem Genre gemäß in kaltes, bläuliches Licht getaucht. Die Schatten sind hart wie die Dialoge. Kälter und härter sind nur noch die Frauen. Welch schauriges Vergnügen.

Zum Film:
20 Min.; Regie: Philipp Osthus; Drehbuch: Matthias Tuchmann; Mit: Mignon Reme, Stefan Rudolf, Mark Zak, Henning Schimke, Sarah Maria Besgen; Kamera: Maximilian Lips; Producer: Moritz Mihm; Schnitt: Tobias Peper; Musik: Stefan Will, Marco Dreckkötter; Regieassistenz: Fabian Wiemker; Ton: Einar Marell; Produktion: Hamburg Media School

Die Zeit ONLINE von Wenke Husmann 18. April 2011